Heiteres Beruferaten

Familiennamen, deren Entstehung und Bedeutung sich jedermann schnell zusammenreimen kann, entstammen meistens der Gruppe der Berufsnamen. Unter den Top-20 der häufigsten Nachnamen in Deutschen sind 16 Berufsnamen: Müller, Schmidt (=Schmied), Schneider, Fischer, Meyer (=Verwaltungsbeamter, Pächter), Weber, Schulz (=Schultheiß, Abgabeneintreiber), Wagner, Becker/Bäcker, Hoffmann/Hofmann (=Bauer), Schäfer, Koch, Bauer, Schröder (=Schneider, vom niederdeutschen schroden = schneiden), Richter, Zimmermann.

Zu den einzelnen Berufen gibt es unzählige Viranten und Ableitungen. Ein Bauer konnte auch Neubauer, Gebauer, Baumann oder Ackermann heißen. Auch seltene oder gar ausgestorbene Berufsbezeichnungen leben als Familienname weiter: Sauschneider (Schweine kastrator), Bierschröter (Verlader von Bierfässern), Gänseräufer (Geflügelhändler), Rosstauscher (Pferdehändler), Küchenmeister.

Daneben gibt es noch die sogenannten indirekten Berufsnamen. Sie beziehen sich auf ein typisches Werkszeug oder Produkt des jeweiligen Berufes: Hammer, Nagel, Krug (für einen Töpfer), Kessel (für einen Branntweinhersteller). In Abwandlungen Kneib, d.h. Messer ("knife") für einen Schuster, oder Diller, d.h. Brett (dil) für einen Schreiner, oder Mehlhose für einen Müller. Auch lautmalerische Namen wie Pinkepank für einen Schmied kommen vor.

Bekannte Namensträger: Horst Köhler

Namen Berufe
Herr Schmidt bei der Arbeit