Im Namen des Vaters: Patronyme

Von einem Vaternamen oder auch Patronym spricht der Namenkundler, wenn der Rufnamen des Vaters auf die Kinder überging. Dass die Mutter die Namensgeberin war, kam - anders als in skaninavischen Ländern - in Deutschland nur sehr selten vor, höchstens dann, wenn der Vater vor der Geburt des Kindes verstorben oder gänzlich unbekannt war, oder wenn die Mutter gesellschaftlich deutlich höhergestellt war.

Für Vaternamen gibt es dagegen unzählige Beispiele. Manchmal wurde einfach der Rufname des Vaters dem des Kinden hintangestellt. Es entstanden Nachnamen wie Walter, Endres (von Andreas), Heinermann (von Heinrich) oder Wettig (von Widukind). Bei den meisten Namen wurde allerdings dem Namen des Vaters eine Endung angefügt:

  • Endung -s: Hendricks = das Kind von Hendrick; Mertens = das Kind von Martin
  • Endung -en: Otten = das Kind von Otto; Franzen = das Kind von Franz
  • Endung -sen: Jansen = Jans Sen = der Sohn des Jan
  • Endung -cke, Verkleinerung: Geri-cke = der Kleine von Gerd
  • Endung -i, bildungsbürgerlich lateinisiert: Pauli = das Kind von Paul; Jacobi = das Kind von Jakob
  • Endung -ing: Humperding = der Sohn von Humbert; Henning = des Sohn von Hans

Bekannte Namensträger: Jan Ullrich, Olli Dittrich, Sabine Christiansen.

Namen Patronyme
Wenn der Vater mit dem Sohne: Hendrick und Hendricks